Selfnamed Alternative: Plattformlösung oder integrierte Entwicklung

Selfnamed Alternative: Plattformlösung oder integrierte Entwicklung

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Jorit Tessmann

Jorit Tessmann

CEO & Founder bei Labtree GmbH

Digitale Private-Label-Plattformen senken die Einstiegshürde erheblich: Katalog wählen, Artwork hochladen, kleine Menge bestellen. Für den Start ist das stark.

Das Thema kurz und kompakt

Plattformen bieten einen fertigen Katalog mit kleinen Mengen und sehr niedriger Einstiegshürde.

Der Katalog beruht auf Lagerstandardisierung: Bulk und Packmittel sind vorgegeben und nicht projektbezogen anpassbar.

Der Wechsel lohnt, sobald Handelslistung, Produktkomplexität oder Margenkontrolle in den Vordergrund rücken.

So läuft die Entwicklung bei Labtree

1

Konzeptionierung

2

Bemusterung – Standardmuster in 24 h

3

Individualisierung

4

Prototyping

5

Produktion

White Label 2–3 Monate · Private Label 3–6 Monate · Produktion ab 1.000 Stück

Im Kosmetikmarkt stehen zwei Grundmodelle nebeneinander. Digitale Plattformen bieten einen automatisierten Katalog für schnellen Markteintritt bei geringem Kapitaleinsatz. Integrierte Entwicklungspartner arbeiten projektbezogen mit eigenem Labor.

Beide sind für ihren Zweck sinnvoll. Probleme entstehen erst, wenn ein Modell über seinen Einsatzbereich hinaus genutzt wird, etwa wenn eine Plattformmarke in die Handelslistung geht und dort auf Anforderungen trifft, die der Katalog nicht abbildet.

  • Plattform: Katalog, kleine Mengen, sehr schneller Start.

  • Integrierter Partner: eigenes Labor, projektbezogene Entwicklung.

  • Die Fehlentscheidung liegt in der Nutzung über den Einsatzbereich hinaus.

Zwei Modelle mit unterschiedlichem Zweck

Im Kosmetikmarkt stehen zwei Grundmodelle nebeneinander. Digitale Plattformen bieten einen automatisierten Katalog für schnellen Markteintritt bei geringem Kapitaleinsatz. Integrierte Entwicklungspartner arbeiten projektbezogen mit eigenem Labor.

Beide sind für ihren Zweck sinnvoll. Probleme entstehen erst, wenn ein Modell über seinen Einsatzbereich hinaus genutzt wird, etwa wenn eine Plattformmarke in die Handelslistung geht und dort auf Anforderungen trifft, die der Katalog nicht abbildet.

  • Plattform: Katalog, kleine Mengen, sehr schneller Start.

  • Integrierter Partner: eigenes Labor, projektbezogene Entwicklung.

  • Die Fehlentscheidung liegt in der Nutzung über den Einsatzbereich hinaus.

Wofür Plattformen wie Selfnamed stark sind

Digitale Plattformen haben den Markteintritt für kleine Marken grundlegend verändert. Der klassische Private-Label-Ablauf ist digitalisiert: Marken durchsuchen einen Katalog professionell entwickelter, sofort markierbarer Produkte, gestalten die Verpackung mit eigenen Gestaltungsmitteln und bestellen in kleinen Mengen.

Damit entfallen die üblichen Hürden: keine Mindestmengen im Tausenderbereich, keine langen Vorlaufzeiten, kein Kapital, das in Packmitteln gebunden wird. Für die Validierung einer Produktidee im Direktvertrieb ist das ein effizienter Weg.

  • Fertig entwickelte, sofort markierbare Rezepturen im Katalog.

  • Kleine Bestellmengen ohne hohe Kapitalbindung.

  • Gut geeignet zur Validierung im Direktvertrieb.

Die strukturelle Grenze: Lagerstandardisierung

Plattformen funktionieren über Standardisierung. Bulkware wird in größeren Mengen vorproduziert und in standardisierte Packmittel abgefüllt. Genau daraus ergibt sich der Vorteil beim Preis und bei der Geschwindigkeit.

Dieselbe Struktur begrenzt aber, was möglich ist. Eine projektbezogene Rezepturentwicklung für ein bestimmtes sensorisches Profil, ein eigenes Wirkstoffkonzept oder ein abweichendes Packmittel lässt sich in diesem Modell nicht abbilden. Die Rezeptur bleibt zudem beim Anbieter, nicht bei der Marke.

  • Vorproduzierte Bulkware und feste Packmittel als Systemvoraussetzung.

  • Keine projektbezogene Rezepturentwicklung möglich.

  • Die Rezeptur bleibt beim Plattformanbieter.

Wann der Wechsel ansteht

Den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, schützt Wachstum und Marge. Die Auslöser liegen typischerweise in drei Bereichen: Vertriebskanal, Produktkomplexität und Kontrolle über die Lieferkette.

Verlässt eine Marke den reinen Direktvertrieb Richtung stationären Handel, Apotheke oder internationale Distribution, ändern sich die Anforderungen deutlich. Handel verlangt Listungsunterlagen, verlässliche Nachlieferung und häufig Exklusivität der Rezeptur. Zusätzlich wird die Marge relevant, weil Handelsspannen den Spielraum verengen.

  • Wechsel vom Direktvertrieb in den stationären Handel oder die Apotheke.

  • Produktanforderungen, die der Katalog nicht abbildet.

  • Margendruck durch Handelsspannen und Bedarf an Kostenkontrolle.

Welche Unterlagen der Handel verlangt, behandelt Listungsanforderungen im Handel.

Was ein integrierter Partner beiträgt

Dimension

Plattform-Lösung (z. B. Selfnamed)

Integrierter Entwicklungspartner (Labtree)

Einstiegspunkt

Self-Service ab Katalogprodukt

Ab Produktidee

Eigene Rezepturbasis

Katalogrezepturen, nicht exklusiv

Über 1.000 eigene Rezepturen, exklusive Anpassung möglich

Eigenes Labor / Entwicklung

Typischerweise nicht Teil des Modells

Ja, inhouse in Hamburg; Test-Batches inhouse

Bemusterung

Katalogmuster

Standardmuster innerhalb von 24 Stunden, kostenfrei

Mindestmenge

Projektabhängig

Ab ca. 1.000 Stück je Produkt

Zeit bis zur Serienreife

Kurz bei Katalogprodukten, keine individuelle Entwicklung

White Label 2–3 Monate, Private Label 3–6 Monate

Schnittstelle Entwicklung → Produktion

Entfällt, da keine eigene Entwicklung

Kein Schnittstellenbruch, ein Prozess in 5 Phasen

Regulatorik und Dokumentation

Für Katalogprodukte vorhanden, bei Anpassungen offen

PIF, Sicherheitsbericht und CPNP im Prozess mitgeführt

Passend für

Gründer mit kleinen DTC-Erstchargen

Etablierte Marken, die Entwicklung und Produktion aus einer Hand wollen

Vertiefende Quellen: Rechtliche Grundlage für alle in der EU vertriebenen kosmetischen Produkte ist die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Die gesundheitliche Bewertung von Inhaltsstoffen liegt in Deutschland beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Brancheninformationen und Marktdaten veröffentlicht der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).

Der Ablauf in fünf Phasen

Der Ablauf gliedert sich in fünf Phasen. In der Konzeptionierung werden Positionierung, Zielwerte, Sensorik, Ausschlusslisten und regulatorische Grenzen festgelegt. In der Bemusterung folgen erste Muster, idealerweise aus einer vorhandenen Rezepturbasis, um Textur und Struktur früh zu beurteilen.

Die Individualisierung passt Wirkstoffe, Viskosität und bei dekorativer Kosmetik die Nuance an. Im Prototyping laufen Stabilitätsprüfung, Belastungstest der Konservierung und Packmittelverträglichkeit. Erst danach folgt die Produktion über Pilotcharge und Serie. Werden Packmittelbeschaffung und Dokumentation parallel statt nacheinander geführt, verkürzt das die Gesamtdauer spürbar.

  • Konzeptionierung mit messbaren Zielwerten statt beschreibender Adjektive.

  • Bemusterung mit greifbaren Mustern vor der Detailentwicklung.

  • Parallele statt sequentielle Führung von Packmittel und Dokumentation.

Regulatorik gilt in beiden Modellen gleich

Regulatorik gilt in beiden Modellen gleich

Regulatorik gilt in beiden Modellen gleich

Für den EU-Markt gilt die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009, unabhängig vom gewählten Fertigungsmodell. Kosmetische Mittel durchlaufen keine behördliche Zulassung vor dem Inverkehrbringen. Stattdessen muss eine verantwortliche Person mit Sitz in der Union die Sicherheit vor dem Marktzugang gewährleisten.

Dazu gehören die Produktinformationsdatei, der Sicherheitsbericht mit Teil A und Teil B, die Kennzeichnung nach INCI und die Meldung über das CPNP-Portal. In Deutschland bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung die gesundheitlichen Risiken kosmetischer Inhaltsstoffe. Der Unterschied zwischen den Modellen liegt nicht in diesen Anforderungen, sondern darin, wer sie im Projekt trägt.

  • Verantwortliche Person mit Sitz in der EU benennen.

  • Produktinformationsdatei und Sicherheitsbericht vor dem Inverkehrbringen.

  • CPNP-Meldung als letzter Schritt vor dem Marktzugang.

FAQ

Was unterscheidet eine Plattform von einem Entwicklungspartner?

Eine Plattform arbeitet mit standardisiertem Katalogbestand und kleinen Losgrößen, was den Einstieg sehr einfach macht. Ein Entwicklungspartner arbeitet projektbezogen mit eigenem Labor und entwickelt eine Rezeptur, die der Marke gehört.

Wofür eignen sich Plattformlösungen am besten?

Für die Validierung einer Produktidee im Direktvertrieb, wenn Geschwindigkeit und geringe Kapitalbindung im Vordergrund stehen und die Rezeptur nicht das entscheidende Kaufargument ist.

Warum lässt sich auf einer Plattform nicht frei entwickeln?

Weil das Modell auf Lagerstandardisierung beruht: Bulkware wird vorproduziert und in feste Packmittel abgefüllt. Daraus entstehen Preis- und Geschwindigkeitsvorteile, aber projektbezogene Rezepturarbeit ist darin nicht vorgesehen.

Wann sollte eine Marke wechseln?

Beim Schritt vom Direktvertrieb in den stationären Handel oder die Apotheke, bei Produktanforderungen, die der Katalog nicht abbildet, und wenn Handelsspannen die Marge verengen und Kostenkontrolle über die Rezeptur nötig wird.

Muss eine Eigenentwicklung lange dauern?

Nicht, wenn sie auf einer Bibliothek geprüfter Basisrezepturen aufsetzt statt bei null zu beginnen. Die Basis hat die Stabilitätsprüfung bereits bestanden, sodass sich die Arbeit auf die Individualisierung konzentriert.

Wem gehört die Rezeptur?

Bei Plattformlösungen bleibt sie beim Anbieter, weil sie Teil des Katalogs ist. Bei einer projektbezogenen Eigenentwicklung gehört sie der Marke, die sie damit auch zu einem anderen Fertigungspartner mitnehmen kann.

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