Kosmetik herstellen lassen: Der Guide für Marken vom Konzept bis zur Produktion

Kosmetik herstellen lassen: Der Guide für Marken vom Konzept bis zur Produktion

12 min read

Jorit Tessmann

Jorit Tessmann

CEO & Founder bei Labtree GmbH

Kosmetik herstellen lassen' beschreibt einen Prozess, kein einzelnes Ereignis. Wer ihn strukturiert angeht, erreicht planbarere Launches und reduziert Risiken. Hier der Überblick.

Das Thema kurz und kompakt

Fünf Phasen: Konzeptionierung, Bemusterung, Individualisierung, Prototyping, Produktion.

Integrierte Entwicklungspartner verbinden alle Phasen ohne Schnittstellenbruch.

Rezepturbasis, eigenes Labor und parallele Umsetzung sind die wichtigsten Differenziatoren bei der Hersteller-Auswahl.

  1. Konzeptionierung: Produktidee wird in konkreten Entwicklungsweg übersetzt. Rezepturbasen werden zugeordnet.

  2. Bemusterung: Frühe physische Muster zur Bewertung von Textur, Anwendung und Performance.

  3. Individualisierung: Gezielte Anpassung der Rezepturbasis an Markenanforderungen.

  4. Prototyping: Test-Batch-Produktion, parallele Vorbereitung von Verpackung, Design und regulatorischen Themen.

  5. Produktion: Übergang in Routine-Produktion, kontrollierte Lieferübergabe.

Dauer: White Label 2–3 Monate, Private Label 3–6 Monate.

Die fünf Phasen im Überblick

  1. Konzeptionierung: Produktidee wird in konkreten Entwicklungsweg übersetzt. Rezepturbasen werden zugeordnet.

  2. Bemusterung: Frühe physische Muster zur Bewertung von Textur, Anwendung und Performance.

  3. Individualisierung: Gezielte Anpassung der Rezepturbasis an Markenanforderungen.

  4. Prototyping: Test-Batch-Produktion, parallele Vorbereitung von Verpackung, Design und regulatorischen Themen.

  5. Produktion: Übergang in Routine-Produktion, kontrollierte Lieferübergabe.

Dauer: White Label 2–3 Monate, Private Label 3–6 Monate.

Phase 1, Konzeptionierung

Hier wird entschieden, ob es eine White-Label-Anpassung wird oder eine individuelle Neuentwicklung. Entscheidungskriterien:

  • Wie spezifisch sind die Markenanforderungen?

  • Gibt es bereits eine passende Rezepturbasis beim Hersteller?

  • Welche Volumengröße ist realistisch?

  • Was sind die regulatorischen und Listungs-Anforderungen?

Bei Labtree dient eine Rezepturbasis von über 1.000 eigenen Rezepturen als Ausgangspunkt, die Konzeptionierung läuft nicht ins Offene, sondern an einer konkreten Basis.

Phase 2, Bemusterung

Physische Muster verschieben Entscheidungen aus der Theorie in die Realität. Bei Labtree werden Standardmuster vorqualifizierter Rezepturen innerhalb von 24 Stunden aus dem Musterlager versendet, kostenfrei. Marken können mehrere Rezepturbasen parallel bewerten.

Was hier entschieden wird: Textur, Geruch, Performance-Richtung, Anpassungsbedarf.

Phase 3, Individualisierung

Auf Basis der ausgewählten Rezepturbasis erfolgt die gezielte Anpassung. Was angepasst werden kann (typisch):

  • Wirkstoff-Konzentrationen innerhalb der Stabilitätsgrenzen

  • Duft- und Farbnoten

  • Sensorische Feinjustierung

  • Ergänzende Wirkstoffe (innerhalb der regulatorischen Limits)

Bei umfangreicheren Anpassungen wird die Phase iterativ, neue Muster, neue Bewertung, weitere Anpassung.

Phase 4, Prototyping

Test-Batches in produktionsnaher Größe (typisch 1.000–2.000 Stück). Parallel dazu:

  • Verpackungsauswahl und -bestellung

  • Design-Finalisierung

  • Vorbereitende regulatorische Dokumentation (Sicherheitsbewertung, PIF), finale Freigabe nach Rezepturabschluss

  • Definition von Produktionsparametern (Mischzeiten, Temperaturen, Toleranzen)

Effekt: Der Übergang in die Routine-Produktion ist vorbereitet, nicht improvisiert.

Vertiefende Quellen: Rechtliche Grundlage für alle in der EU vertriebenen kosmetischen Produkte ist die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Die gesundheitliche Bewertung von Inhaltsstoffen liegt in Deutschland beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Brancheninformationen und Marktdaten veröffentlicht der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).

Phase 5, Produktion

Übergang in die finale Produktionsgröße. Bei kontinuierlicher Lieferung folgen Nachproduktionen mit definierten Vorlaufzeiten und Forecast-basierten Bestellungen.

Beispiel: Eine Marke validierte ein Produkt im Proof of Concept und skalierte für dm. Weil Rezeptur, Verpackung, Dokumentation und Produktionsfähigkeit bereits früh mitgedacht wurden, erfolgte die Skalierung innerhalb von drei Monaten.

Verwandte Artikel: Private Label Kosmetik · White Label Kosmetik · Kosten der Kosmetikproduktion

Worauf bei der Hersteller-Auswahl zu achten ist

Worauf bei der Hersteller-Auswahl zu achten ist

Worauf bei der Hersteller-Auswahl zu achten ist

  • Eigene Rezepturbasis: Vermeidet Entwicklung ins Offene

  • Eigenes Labor: Anpassungen inhouse, keine externe Beauftragung

  • Bemusterungsgeschwindigkeit: 24h für Standardmuster ist realistischer Benchmark

  • Parallele Umsetzung: Verpackung, Design, Zulassung und Produktion werden früh verzahnt

  • Skalierungsfähigkeit: Vom Prototyp bis zur Großserie ohne Schnittstellenbruch

Fazit

Fazit

Fazit

Kosmetik herstellen zu lassen ist ein strukturierter Prozess, keine Black Box. Wer die fünf Phasen kennt und bei der Auswahl des Partners auf die richtigen Punkte achtet, plant Launches realistischer und reduziert Risiken signifikant.

FAQ

Hat Labtree ein eigenes Labor?

Ja. Labtree verfügt über eigene Entwicklungskompetenz inklusive Labor. Dadurch können Rezepturen nicht nur ausgewählt, sondern gezielt entwickelt, getestet und angepasst werden. Zusätzlich können kleinere Test-Batches inhouse produziert werden, um Produkte früh real zu validieren und sicher in die Produktion zu überführen.

Wie lange dauert es, Kosmetik herstellen zu lassen?

White-Label-Produkte mit Standardverpackung: 2 bis 3 Monate. Individuelle Neuentwicklungen: 3 bis 6 Monate. Komplexe Produktlinien: 6 bis 9 Monate.

Welche Mindestmengen sind realistisch?

Für White Label mit Standardverpackung typischerweise 1.000–3.000 Stück, für Private Label 3.000–10.000. Test-Chargen ab ca. 1.000–2.000 Stück möglich.

Was kostet es, Kosmetik herstellen zu lassen?

Projektabhängig. Initialkosten umfassen Entwicklung, Stabilitätstests, regulatorische Dokumentation. Variable Kosten hängen von Rezeptur, Chargengröße und Verpackung ab. Bei White Label sind Initialkosten typischerweise niedriger als bei Private Label.

Muss ich mich um die Zulassung selbst kümmern?

Nein. PIF, CPNP-Notifizierung und Sicherheitsbewertung sind Teil des integrierten Prozesses bei Labtree und werden parallel zur Entwicklung erstellt.

Was ist der Unterschied zwischen Lohnhersteller und Entwicklungspartner?

Ein Lohnhersteller produziert ab fertigem Briefing. Ein Entwicklungspartner begleitet ab der Konzeptphase, entwickelt Rezepturen und führt bis in die Produktion. Bei integrierten Partnern wie Labtree laufen Konzept, Entwicklung und Produktion in einer Hand.

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