Long-Wear-Make-up entwickeln: transferresistente und langhaftende Rezepturen

Long-Wear-Make-up entwickeln: transferresistente und langhaftende Rezepturen

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Jorit Tessmann

Jorit Tessmann

CEO & Founder bei Labtree GmbH

Langer Halt ist die am häufigsten gewünschte und die am schwersten einzulösende Eigenschaft in der Farbkosmetik.

Das Thema kurz und kompakt

Transferresistenz entsteht durch Filmbildner, die nach dem Verdunsten der flüchtigen Phase einen zusammenhängenden Film bilden.

Je höher der Filmanteil, desto besser der Halt und desto schlechter Tragegefühl und Nachbesserbarkeit.

Flüchtige Trägerstoffe verdunsten auch im Gebinde, weshalb Dichtheit hier ein Funktions- und kein Komfortthema ist.

So läuft die Entwicklung bei Labtree

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Konzeptionierung

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Bemusterung – Standardmuster in 24 h

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Individualisierung

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Prototyping

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Produktion

White Label 2–3 Monate · Private Label 3–6 Monate · Produktion ab 1.000 Stück

Langer Halt ist kein Zusatz, sondern eine Struktur. Nach dem Auftragen verdunstet die flüchtige Phase, und die verbleibenden Filmbildner vernetzen zu einem zusammenhängenden Film, der die Pigmente einschließt und auf der Haut fixiert. Ohne diesen Film liegen Pigmente lose auf und übertragen sich bei Kontakt.

Daraus folgt die zentrale Zielgröße: Der Film muss geschlossen genug sein, um Pigmente zu binden, und flexibel genug, um Mimik ohne Abplatzen mitzumachen. Beides gleichzeitig zu erreichen ist die eigentliche Entwicklungsarbeit.

  • Flüchtige Phase: bestimmt Trocknungszeit und das Zeitfenster zum Verblenden.

  • Filmbildner: bestimmen Transferresistenz und Flexibilität.

  • Pigmentbenetzung: entscheidet, ob die Farbe im Film sitzt oder auf ihm.

Den vollständigen Weg von der Rezeptur bis zur Serienfertigung beschreibt die Seite Kosmetik entwickeln und herstellen lassen.

Was langen Halt technisch erzeugt

Langer Halt ist kein Zusatz, sondern eine Struktur. Nach dem Auftragen verdunstet die flüchtige Phase, und die verbleibenden Filmbildner vernetzen zu einem zusammenhängenden Film, der die Pigmente einschließt und auf der Haut fixiert. Ohne diesen Film liegen Pigmente lose auf und übertragen sich bei Kontakt.

Daraus folgt die zentrale Zielgröße: Der Film muss geschlossen genug sein, um Pigmente zu binden, und flexibel genug, um Mimik ohne Abplatzen mitzumachen. Beides gleichzeitig zu erreichen ist die eigentliche Entwicklungsarbeit.

  • Flüchtige Phase: bestimmt Trocknungszeit und das Zeitfenster zum Verblenden.

  • Filmbildner: bestimmen Transferresistenz und Flexibilität.

  • Pigmentbenetzung: entscheidet, ob die Farbe im Film sitzt oder auf ihm.

Den vollständigen Weg von der Rezeptur bis zur Serienfertigung beschreibt die Seite Kosmetik entwickeln und herstellen lassen.

Der Zielkonflikt zwischen Halt und Tragegefühl

Jede Erhöhung des Filmanteils verbessert den Halt und verschlechtert zugleich Tragegefühl, Nachbesserbarkeit und Entfernbarkeit. Ein Produkt mit maximaler Transferresistenz fühlt sich straff an, lässt sich nicht mehr korrigieren und benötigt einen ölbasierten Reiniger.

Deshalb ist die erste Frage nicht, wie viel Halt möglich ist, sondern wie viel Halt das Produktversprechen tatsächlich braucht. Ein Lip Tint darf straffer sein als eine Foundation, die ganztägig getragen und zwischendurch nachgebessert wird.

  • Tragedauer und Nachbesserbarkeit gegeneinander abwägen, nicht beides maximal fordern.

  • Entfernbarkeit früh mitdefinieren, sie gehört zum Produktversprechen.

  • Die Produktkategorie bestimmt das zulässige Straffheitsniveau.

Pigmentbenetzung als unterschätzter Hebel

Ein häufiger Fehler ist, den Halt allein über den Filmbildner zu steuern. Entscheidend ist ebenso, ob die Pigmente vollständig benetzt und im Film eingebettet sind. Unvollständig dispergierte Pigmente sitzen auf dem Film statt darin und übertragen sich trotz hoher Filmmenge.

Oberflächenbehandelte Pigmente verbessern die Benetzung deutlich und erlauben es, den Filmanteil zu senken, ohne Halt zu verlieren. Das verbessert gleichzeitig das Tragegefühl. Die Grundlagen der Dispersion sind in Nuancenentwicklung für Make-up beschrieben.

  • Oberflächenbehandelte Pigmente für bessere Benetzung einsetzen.

  • Dispergierzeit als verbindlichen Prozessparameter festlegen.

  • Transfer-Test immer am dispergierten Muster, nicht an der Rezepturtheorie.

Prüfen statt behaupten

Transferresistenz ist messbar und sollte nicht über Eindrücke diskutiert werden. Üblich ist ein standardisierter Abdrucktest auf definiertem Material nach definierter Zeit und Andruckkraft, ergänzt um Anwendungstests über die ausgelobte Dauer.

Wichtig ist, gegen eine Referenz zu prüfen. Ein Ergebnis ohne Vergleichsprodukt sagt wenig aus, weil es keine Skala gibt. Wird eine Tragedauer ausgelobt, verlangt die Verordnung 655/2013 einen Nachweis am fertigen Produkt.

  • Abdrucktest mit definierter Zeit, Andruckkraft und Substrat.

  • Referenzprodukt mitprüfen, um eine Skala zu haben.

  • Anwendungstest über die ausgelobte Tragedauer.

Abfüllung und Dichtheit sind funktional

Rezepturen mit hohem Anteil flüchtiger Trägerstoffe verlieren diese auch im Gebinde, wenn die Verpackung nicht dicht ist. Das Produkt dickt über die Haltbarkeit ein, die Applikation verändert sich und der Halt lässt nach, obwohl die Rezeptur unverändert ist.

Dichtheit ist bei diesen Produkten daher kein Komfortmerkmal, sondern Teil der Funktion. Ebenso kritisch ist die Abfüllung selbst: Flüchtige Systeme verdunsten während des Abfüllens, weshalb Kopfraum und Abfülltemperatur eng geführt werden müssen.

  • Dichtheitsprüfung über die gesamte Haltbarkeit, nicht nur initial.

  • Materialverträglichkeit mit flüchtigen Trägerstoffen prüfen.

  • Kopfraum und Abfülltemperatur als Prozessparameter definieren.

Vom Muster in die Serie

Beim Scale-up ist der Energieeintrag der kritische Punkt. Die im Labor erreichte Pigmentdispersion muss im Produktionsmaßstab reproduzierbar sein, sonst sinkt die Transferresistenz trotz identischer Rezeptur. Maßgeblich ist die Umfangsgeschwindigkeit des Rührwerks, nicht die Drehzahl.

Wie bei jedem Farbkosmetikprojekt gilt: In der Pilotcharge werden Dispergierzeit, Temperaturführung und Abfüllparameter festgelegt und dokumentiert. Details dazu in Kosmetikproduktion skalieren.

  • Umfangsgeschwindigkeit statt Drehzahl als Vorgabe.

  • Pilotcharge mit mindestens zehn Prozent der Serienmenge.

  • Transfer-Test je Charge als Freigabekriterium.

FAQ

Wodurch entsteht Transferresistenz technisch?

Durch Filmbildner, die nach dem Verdunsten der flüchtigen Phase einen zusammenhängenden Film bilden und die Pigmente darin einschließen. Ohne diesen Film liegen Pigmente lose auf der Haut und übertragen sich bei Kontakt. Entscheidend ist ein Film, der geschlossen genug für Halt und flexibel genug für Mimik ist.

Warum fühlt sich langhaftendes Make-up oft straff an?

Weil Halt und Tragegefühl direkt gegeneinander laufen. Jede Erhöhung des Filmanteils verbessert die Transferresistenz und verschlechtert Tragegefühl, Nachbesserbarkeit und Entfernbarkeit. Sinnvoll ist, den nötigen Halt am Produktversprechen auszurichten statt ihn zu maximieren.

Kann man Halt verbessern ohne mehr Filmbildner?

Ja, über die Pigmentbenetzung. Unvollständig dispergierte Pigmente sitzen auf dem Film statt darin und übertragen sich trotz hoher Filmmenge. Oberflächenbehandelte Pigmente und eine ausreichende Dispergierzeit erlauben es, den Filmanteil zu senken und trotzdem Halt zu gewinnen.

Wie wird Transferresistenz geprüft?

Über einen standardisierten Abdrucktest auf definiertem Substrat nach definierter Zeit und Andruckkraft, ergänzt um Anwendungstests über die ausgelobte Dauer. Wichtig ist ein Referenzprodukt im selben Test, weil ein Einzelergebnis ohne Vergleich keine Skala hat.

Warum ist die Verpackung bei Long-Wear funktional relevant?

Weil die flüchtigen Trägerstoffe auch im Gebinde verdunsten, wenn die Verpackung nicht dicht ist. Das Produkt dickt über die Haltbarkeit ein und der Halt lässt nach, obwohl die Rezeptur unverändert ist. Dichtheit muss deshalb über die gesamte Haltbarkeit geprüft werden.

Was ist beim Scale-up am kritischsten?

Der Energieeintrag beim Dispergieren. Im Produktionsmaßstab ist er pro Volumen geringer als im Labor, wodurch die Pigmentdispersion unvollständig bleibt und die Transferresistenz sinkt. Vorzugeben ist die Umfangsgeschwindigkeit des Rührwerks, nicht die Drehzahl.

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